Feigen im Garten anbauen – das musst du wissen!

Feigen bringen mediterranes Flair in den Garten und werden auch in Deutschland immer beliebter. Dank winterharter Sorten gelingt der Anbau heute in vielen Regionen problemlos.

Wer einen geeigneten Standort wählt und die Pflanze richtig pflegt, kann sich viele Jahre über aromatische Früchte und einen dekorativen Blickfang freuen. Mit einigen grundlegenden Tipps lassen sich typische Fehler von Anfang an vermeiden.

Der ideale Standort für Feigen

Der Standort entscheidet maßgeblich über Wachstum und Ertrag. Feigen lieben Wärme und benötigen möglichst viele Sonnenstunden am Tag. Besonders geeignet ist ein Platz an einer nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Hauswand. Dort profitieren die Pflanzen von zusätzlicher Wärme und sind gleichzeitig besser vor kalten Winden geschützt.

Ebenso wichtig ist ein gut durchlässiger Boden. Staunässe vertragen Feigen schlecht, weshalb schwere Lehmböden vor dem Pflanzen mit Sand oder Kies aufgelockert werden sollten. Ein lockerer, humoser Untergrund schafft ideale Bedingungen für gesunde Wurzeln.

Feigen im Beet oder Kübel kultivieren

Auch kleinere Gärten oder Terrassen eignen sich für den Anbau. Ein Mini Feigenbaum wächst problemlos in einem ausreichend großen Kübel, sofern überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Ein sonniger Standort bleibt auch hier die wichtigste Voraussetzung für eine reiche Ernte.

Nicht jede Feigensorte ist für das deutsche Klima gleichermaßen geeignet. Deshalb lohnt sich der Kauf einer winterharten Sorte, die auch kühlere Temperaturen gut verträgt. Vor allem in Regionen mit strengeren Wintern zahlt sich dies langfristig aus.

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Früh reifende Sorten haben einen Vorteil, weil ihre Früchte auch in durchschnittlichen Sommern vollständig ausreifen. Gleichzeitig sollte die Pflanze robust gegenüber Frost und Krankheiten sein. Qualitativ hochwertige Jungpflanzen aus einer Baumschule entwickeln sich häufig kräftiger und tragen früher.

Pflanzen im Frühjahr

Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. So kann die Feige bis zum Winter ausreichend Wurzeln bilden und sich am neuen Standort etablieren. Das Pflanzloch sollte großzügig ausgehoben und der Boden gut gelockert werden.

Eine Drainageschicht aus Kies verhindert Staunässe. Anschließend wird die ausgehobene Erde mit etwas Kompost vermischt und die Pflanze gründlich angegossen. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und reduziert gleichzeitig das Wachstum von Unkraut.

Mit den Jahren entwickelt sich eine Feige zu einem ausladenden Gehölz. Deshalb sollte genügend Abstand zu Hauswänden und anderen Pflanzen eingehalten werden. Eine lockere Krone verbessert später zudem die Belüftung und verringert das Risiko von Pilzkrankheiten.

Pflege: Gießen, Düngen und Schneiden

Eine Feige ist pflegeleicht, benötigt aber während längerer Trockenphasen ausreichend Wasser. Besser als häufiges oberflächliches Gießen sind durchdringende Wassergaben, damit die Wurzeln tiefer wachsen. Gedüngt wird im Frühjahr und zu Beginn des Sommers mit Kompost oder einem organischen Dünger. Ab August sollte auf weitere Düngergaben verzichtet werden, damit die Triebe vor dem Winter vollständig ausreifen.

Mit dem richtigen Schnitt gesund halten

Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt für eine lockere Krone und fördert die Bildung neuer Fruchttriebe. Entfernt werden abgestorbene, beschädigte oder nach innen wachsende Äste. Starke Rückschnitte sind meist nicht erforderlich, da Feigen von Natur aus einen harmonischen Wuchs entwickeln.

Feigen im Winter schützen

Auch winterharte Sorten profitieren in den ersten Jahren von einem zusätzlichen Frostschutz. Besonders junge Pflanzen reagieren empfindlich auf starke Minustemperaturen und kalte Ostwinde. Eine dicke Mulchschicht schützt den Wurzelbereich, während Stamm und Krone mit Gartenvlies oder Jute umwickelt werden können.

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Kübelpflanzen besonders schützen

Im Topf frieren Wurzeln deutlich schneller durch als im Gartenboden. Deshalb sollte das Pflanzgefäß isoliert und möglichst nah an einer geschützten Hauswand aufgestellt werden. Alternativ eignet sich ein heller, frostfreier Raum für die Überwinterung.

Ernte und Lagerung der Früchte

Je nach Sorte beginnt die Ernte zwischen August und Oktober. Reife Feigen fühlen sich weich an, geben bei leichtem Druck nach und entwickeln ein intensives Aroma. Da sie nach dem Pflücken kaum nachreifen, sollten sie möglichst erst im vollreifen Zustand geerntet werden.

Frische Feigen schmecken pur ebenso wie in Salaten oder Desserts. Im Kühlschrank halten sie sich allerdings nur wenige Tage. Überschüssige Früchte lassen sich problemlos zu Marmelade oder Chutney verarbeiten oder durch Trocknen länger haltbar machen.

Häufige Probleme und Krankheiten

Feigen gelten als robuste Pflanzen. Schwierigkeiten entstehen meist durch Staunässe, anhaltende Trockenheit oder einen ungeeigneten Standort. Gelbe Blätter und schwaches Wachstum weisen häufig auf Pflegefehler hin.

Bei dauerhaft feuchter Witterung können Pilzkrankheiten auftreten. Eine lockere Krone und ausreichend Pflanzabstand verbessern die Luftzirkulation und beugen vielen Problemen vor. Blattläuse oder Schildläuse treten gelegentlich auf, lassen sich bei einem frühen Befall jedoch meist ohne großen Aufwand bekämpfen.

Fazit

Feigen lassen sich auch in Deutschland erfolgreich anbauen, wenn Standort, Sorte und Pflege aufeinander abgestimmt sind. Ein sonniger Platz, ein gut durchlässiger Boden und ein angemessener Winterschutz schaffen beste Voraussetzungen für gesundes Wachstum und eine zuverlässige Ernte. Wer seine Pflanze regelmäßig pflegt und auf ihre Bedürfnisse eingeht, wird viele Jahre Freude an einem attraktiven Gehölz und aromatischen Früchten haben.

Foto: © Wong Asor / stock adobe

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Verfasst von Redaktion

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).