Eine hohe Hecke sieht gepflegt aus, solange sie regelmäßig zurückgeschnitten wird. Genau dieser Rückschnitt wird aber schnell anspruchsvoll, wenn die oberen Bereiche nur noch mit Leiter, Teleskopgerät oder Arbeitsbühne erreichbar sind. Dann geht es nicht mehr nur darum, Äste sauber zu kürzen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich die Arbeit ohne unnötiges Risiko beispielsweise für einen Sturz oder andere Verletzungen erledigen lässt.
Ursache für einen möglichen Unfall bei herausfordernden Gartenarbeiten wie Heckenschneiden ist häufig nicht die eingesetzte Technik, sondern menschliche Unachtsamkeit. Eine Leiter steht nicht ganz fest, die Heckenschere wird zu weit vom Körper entfernt geführt oder der Untergrund ist rutschig, was zu spät auffällt. Mit einer guten Vorbereitung lassen sich viele dieser Gefahren vermeiden.
Warum Sicherheit beim Heckenschneiden oberste Priorität hat
Schon bei einer mittelhohen Hecke müssen Gärtnernde oft oberhalb der Schultern arbeiten. Das belastet Arme und Rücken und erschwert die Kontrolle über die Heckenschere. Bei einer sehr hohen Hecke kommt die Gefahr, abzustürzen hinzu.
Besonders riskant wird es, wenn Gartenbesitzer dabei auf einer Leiter stehen und gleichzeitig versuchen, einen weiter entfernten Bereich zu bearbeiten. Schon eine kleine Gewichtsverlagerung kann ausreichen, um den sicheren Stand zu verlieren. Deshalb sollte vor Beginn des Schnitts feststehen, wie alle Bereiche der Hecke erreichbar sind, ohne sich stark zur Seite oder nach vorne lehnen zu müssen.
Auch ein Blick auf die Bodenbeschaffenheit rund um die Hecke lohnt. Gibt es Gartenschläuche, Steine, abgeschnittene Zweige oder unebene Stellen, die schnell zu Stolperfallen werden können? Grundsätzlich gilt: Je freigeräumter der Bereich rund um die Gartenarbeiten, umso weniger Gefahr.
Bei sehr hohen oder langen Hecken reicht eine gewöhnliche Leiter irgendwann nicht mehr aus. Dann kann es besonders sinnvoll sein, für die anstehenden Tätigkeiten eine Arbeitsbühne zu mieten, um größere Abschnitte sicher und mit ausreichend Bewegungsfreiheit erreicht werden sollen.
Den richtigen Zeitpunkt für den Heckenschnitt wählen
Soll der Heckenschnitt möglichst komplikationslos erledigt werden, kommt es auch auf den richtigen Tag für die Arbeiten an. Starkregen, Wind oder nasser Boden sind schlechte Voraussetzungen für Arbeiten in größerer Höhe. Feuchte Leiterholme und nasse Standflächen erhöhen die Rutschgefahr deutlich.
Auch kräftige Windböen können problematisch werden. Das gilt besonders bei Teleskopgeräten, die durch ihre Länge eine größere Angriffsfläche bieten. Eine Heckenschere lässt sich bei starkem Wind außerdem schlechter kontrollieren.
Günstiger ist ein trockener, möglichst windstiller Tag. Im Hochsommer sollten die Arbeiten nicht unbedingt in die heißesten Mittagsstunden gelegt werden. Konzentration und Kraft lassen bei großer Hitze schneller nach, wodurch ungenaue Bewegungen wahrscheinlicher werden.
Ausreichendes Tageslicht erleichtert ebenfalls die Arbeit. Äste, Kabel, Löcher im Boden und andere Hindernisse lassen sich besser erkennen. Ein Heckenschnitt in der beginnenden Dämmerung ist deshalb keine gute Idee.
Geeignete Werkzeuge für hohe Hecken verwenden
Nicht jede Heckenschere eignet sich für jede Hecke. Dünne junge Triebe lassen sich mit anderen Geräten bearbeiten als kräftige, ältere Äste. Für hohe Hecken stehen unter anderem Teleskop-Heckenscheren zur Verfügung, mit denen sich viele Bereiche noch vom Boden aus erreichen lassen.
Das hat einen klaren Vorteil: Jeder Bereich, der ohne Leiter geschnitten werden kann, reduziert das Absturzrisiko. Allerdings sind längere Geräte schwerer zu führen. Besonders bei seitlichen Bewegungen entsteht eine Hebelwirkung, die Arme und Schultern stärker belastet.
Vor Arbeitsbeginn sollte deshalb geprüft werden, ob die Heckenschere sauber arbeitet. Stumpfe oder beschädigte Messer erhöhen den Kraftaufwand und können dazu führen, dass das Gerät ruckartig reagiert.
Bei kabelgebundenen Geräten muss auch das Stromkabel im Blick bleiben. Es sollte niemals durch den unmittelbaren Schneidbereich geführt werden. Beschädigte Kabel gehören ausgetauscht und nicht provisorisch repariert.
Leitern und Arbeitsbühnen sicher einsetzen
Eine Leiter eignet sich vor allem für überschaubare Arbeiten, sofern sie auf einem festen und ebenen Untergrund steht. Weiche Erde, lockerer Kies oder Gefälle können die Standfestigkeit beeinträchtigen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, die Leiter nicht umzusetzen, obwohl der nächste Abschnitt eigentlich zu weit entfernt ist. Häufig versuchen Gärtnernde stattdessen, sich seitlich hinauszulehnen. Genau dabei verschiebt sich ihr Körperschwerpunkt, während sie gleichzeitig ein Schneidgerät führen. Besser ist es stattdessen, häufiger abzusteigen und die Leiter neu zu positionieren. Das dauert etwas länger, sorgt aber für eine wesentlich stabilere Arbeitsposition.
Bei langen und hohen Hecken kann eine Arbeitsbühne mehr Bewegungsraum bieten. Die Plattform ermöglicht einen festen Stand und erlaubt es, größere Bereiche zu erreichen, ohne ständig die Position wechseln zu müssen.
Vor dem Einsatz muss die Stellfläche geprüft werden. Auch Äste, Mauern, Dachüberstände oder andere Hindernisse sollten berücksichtigt werden. Besondere Vorsicht ist in der Nähe von Stromleitungen geboten. Teleskopwerkzeuge, Leitern und Arbeitsbühnen dürfen nicht in gefährliche Nähe zu elektrischen Leitungen gelangen.
Persönliche Schutzausrüstung beim Heckenschneiden
Selbst bei Arbeiten in geringer Höhe gehört festes Schuhwerk zur Grundausstattung. Eine rutschhemmende Sohle verbessert den Halt auf Leitern und Arbeitsplattformen ebenso wie auf feuchtem Boden.
Für den richtigen Schutz der Hände gilt: Unbedingt Arbeitshandschuhe anziehen. Sie schützen vor Dornen, scharfkantigen Zweigen und rauen Ästen. Allerdings sollten die Handschuhe die Beweglichkeit der Hände nicht zu stark einschränken.
Auch für die Augen kommt es auf den richtigen Schutz an. Eine Schutzbrille ist besonders bei dichten Hecken sinnvoll. Kleine Äste, Holzsplitter oder Blattteile können beim Schneiden direkt in Richtung Gesicht geschleudert werden. Bei lauten Geräten empfiehlt sich zudem ein Gehörschutz. Gerade bei längeren Arbeiten kann die dauerhafte Geräuschbelastung unangenehm werden.
Neben einzelnen wichtigen Schutzelementen kommt es auch auf die Kleidung insgesamt an: So können sich beispielsweise sehr weite Ärmel oder lose Kleidungsstücke n Ästen verfangen und die Bewegung behindern, sind daher also nicht ratsam. Gleiches gilt für weite, sehr lange Hosen. Unbequeme Kleidung wiederum kann die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränken.
Häufige Fehler und Unfallrisiken vermeiden
Zeitdruck ist beim Heckenschneiden ein schlechter Begleiter. Ein letzter Ast, der nur noch wenige Zentimeter außerhalb der Reichweite liegt, verleitet schnell dazu, sich weiter hinauszulehnen als sinnvoll. Sicherheitsfunktionen an Geräten sollten niemals unbeachtet bleiben, gar blockiert oder außer Funktion gesetzt werden.
Auch blockierte Schneidmesser dürfen erst kontrolliert werden, nachdem das Gerät vollständig ausgeschaltet wurde. Bei elektrischen Geräten gehört der Stecker gezogen, bei Akkugeräten der Akku entfernt.
Der Bereich unter der Arbeitsstelle muss ebenfalls frei bleiben. Abgeschnittene Äste können unerwartet herunterfallen. Kinder, andere Personen und Haustiere sollten sich deshalb während des Heckenschnitts nicht unmittelbar neben oder unter der Arbeitsstelle aufhalten.
Für abgeschnittenes Material gilt: Am besten sofort wegräumen, denn ein größerer Haufen Zweige direkt neben der Leiter kann schnell zur Stolperfalle werden.
Fazit
Beim Schneiden hoher Hecken ist nicht die Heckenschere allein das Problem. Die größte Herausforderung besteht meist darin, die oberen Bereiche sicher zu erreichen und trotzdem genügend Bewegungsfreiheit für das Werkzeug zu behalten.
Eine stabile Arbeitsposition ist deshalb wichtiger als Schnelligkeit. Leitern können bei kleineren Arbeiten ausreichen, müssen aber sicher stehen und rechtzeitig umgesetzt werden. Bei größeren Höhen oder langen Hecken kann eine Arbeitsbühne die Arbeit deutlich kontrollierter machen.
Geeignetes Werkzeug, passende Schutzkleidung und ein freier Arbeitsbereich senken das Unfallrisiko zusätzlich. Ein Heckenschnitt dauert vielleicht ein wenig länger, wenn Sicherheit konsequent berücksichtigt wird, ist aber zugunsten der eigenen Unversehrtheit bestens investierte Zeit.
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