Ein Frühstück oder ein Stück Kuchen in der Gartenlaube gehört für viele Gartenbesitzer zum Sommer dazu. Weniger angenehm wird es, wenn plötzlich mehrere Wespen um den Tisch fliegen oder immer wieder durch dieselbe Öffnung in der Wand verschwinden. Einzelne Tiere sind normalerweise noch kein Grund zur Beunruhigung. Bei regelmäßigem Flugverkehr lohnt es sich jedoch, genauer hinzusehen.
Gartenlauben bieten Wespen zahlreiche geschützte Plätze für den Nestbau. Deshalb kommt es gerade während der warmen Monate immer wieder vor, dass sich ein Volk unter dem Dach oder in einem Hohlraum ansiedelt. Wichtig ist dann vor allem, ruhig zu bleiben und nicht vorschnell einzugreifen.
Wespen in der Gartenlaube – warum siedeln sie sich dort an?
Eine Gartenlaube besitzt viele Stellen, die für Wespen attraktiv sein können. Trockene Hohlräume unter dem Dach, Bereiche hinter Holzverkleidungen, Rollladenkästen oder kleine Nischen schützen das Nest vor Wind und Regen. Auch selten genutzte Schuppenbereiche kommen als Nistplatz infrage.
Im Frühjahr beginnt eine Wespenkönigin damit, ein neues Nest aufzubauen. Zunächst ist die Kolonie noch klein und bleibt häufig unbemerkt. Im Verlauf des Sommers wächst das Volk deutlich an. Spätestens wenn zahlreiche Wespen regelmäßig dieselbe Stelle anfliegen, fällt das Nest meist auf.
Zusätzlichen Anreiz bieten offene Lebensmittel. Reifes Obst, Kuchen, Fleisch, süße Getränke und nicht verschlossene Abfälle ziehen insbesondere im Spätsommer Wespen an. Fenster lassen sich mit Insektenschutz versehen, während sich an häufig genutzten Eingängen beispielsweise eine Fliegengitter Tür einsetzen lässt. Dadurch gelangen deutlich weniger Tiere in den Innenraum der Gartenlaube.
Wespennest erkennen und richtig lokalisieren
Nicht jede Wespe in der Gartenlaube bedeutet, dass sich dort auch ein Nest befindet. Einzelne Tiere sind häufig lediglich auf Nahrungssuche. Auffällig wird die Situation erst, wenn Wespen immer wieder dieselbe Route nehmen und gezielt in eine Öffnung am Dach, an einer Wand oder unter einer Verkleidung fliegen.
Das Nest selbst muss dabei nicht sichtbar sein. Manche Wespenarten nutzen Hohlräume, sodass von außen nur das Einflugloch zu erkennen ist. Auch ein dauerhaftes Summen hinter einer Wand oder unter der Dachverkleidung kann auf ein Nest hindeuten.
Um den genauen Standort herauszufinden, reicht meist eine Beobachtung aus einigen Metern Entfernung. Verkleidungen abzunehmen oder mit Gegenständen in Öffnungen zu stochern, ist keine gute Idee. Erschütterungen in Nestnähe können die Tiere beunruhigen und ihre Verteidigungsbereitschaft erhöhen.
Wie gefährlich sind Wespen?
Wespen sind nicht grundsätzlich aggressiv. Abseits ihres Nestes versuchen sie meist, Nahrung zu finden, und interessieren sich nur wenig für Menschen. Probleme entstehen häufig erst, wenn Tiere bedrängt, geschlagen oder durch hektische Bewegungen gereizt werden.
In der Nähe des Nestes verhalten sie sich aufmerksamer. Dort schützen sie ihren Nachwuchs und reagieren stärker auf mögliche Bedrohungen. Deshalb sollte rund um ein entdecktes Nest ausreichend Abstand eingehalten werden.
Ein einzelner Wespenstich verursacht meist Schmerzen, Rötung und Schwellung. Besondere Vorsicht ist bei bekannten Allergien gegen Insektengift geboten. Auch Stiche im Mund- und Rachenraum können problematisch werden. Bei ungewöhnlich starken Beschwerden, Atemproblemen oder Kreislaufreaktionen sollte medizinische Hilfe gerufen werden.
Sofortmaßnahmen bei Wespen in der Laube
Tauchen plötzlich mehrere Wespen in der Gartenlaube auf, hilft zunächst ein ruhiges Verhalten. Nach den Tieren zu schlagen oder sie anzupusten, macht die Situation eher unangenehmer. Lebensmittel und Getränke sollten abgedeckt und Essensreste möglichst rasch weggeräumt werden.
Auch offene Abfallbehälter können Wespen anziehen. Ein dicht schließender Deckel und regelmäßiges Leeren verringern die Zahl der Tiere in unmittelbarer Umgebung. Reifes Fallobst in der Nähe der Laube sollte ebenfalls nicht über längere Zeit liegen bleiben.
Ein mögliches Einflugloch darf bei einem bewohnten Nest nicht einfach verschlossen werden. Die Wespen versuchen ansonsten, einen anderen Weg nach draußen zu finden. Liegt das Nest in einer Wand oder unter dem Dach, können sie dabei unter Umständen in den Innenraum gelangen.
Wespennest selbst entfernen oder professionelle Hilfe holen?
Ein bewohntes Wespennest eigenständig zu entfernen, ist mit mehreren Risiken verbunden. Das gilt besonders für größere Nester und solche, die in schwer erreichbaren Bereichen liegen. Auf einer Leiter oder unter einem Dach können hektische Reaktionen zusätzlich zu gefährlichen Situationen führen.
Hausmittel wie Feuer, Rauch, heißes Wasser oder aggressive Sprays sind ebenfalls ungeeignet. Sie können die Wespen stark aufscheuchen und Schäden an der Gartenlaube verursachen. Bei Unsicherheit sollte deshalb fachkundiger Rat eingeholt werden.
Ein Schädlingsbekämpfer oder eine örtliche Wespenberatung kann beurteilen, um welche Wespenart es sich handelt und wie problematisch der Standort tatsächlich ist. Nicht jedes Nest muss entfernt werden. Liegt es abseits von Sitzplatz, Eingang und häufig genutzten Wegen, kann manchmal bereits ausreichender Abstand genügen.
Was ist bei der Entfernung eines Wespennests rechtlich zu beachten?
Bei Wespen geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch um den Naturschutz. Wild lebende Tiere dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Einige Wespenarten unterliegen darüber hinaus einem besonderen Schutz.
Ein Nest sollte deshalb nicht allein deshalb beseitigt werden, weil die Tiere als störend empfunden werden. Maßgeblich sind unter anderem die Wespenart, der Standort und eine mögliche Gefährdung von Menschen.
Bei Unsicherheit kann die örtlich zuständige Naturschutzbehörde Auskunft geben. Auch Fachbetriebe und Wespenberater kennen die üblichen Vorgaben. Vor einer Entfernung lässt sich so klären, welche Vorgehensweise im konkreten Fall zulässig und sinnvoll ist.
Wespen in der Gartenlaube dauerhaft vorbeugen
Nach dem Ende der Wespensaison ist ein guter Zeitpunkt, die Gartenlaube genauer zu kontrollieren. Kleine Öffnungen an Dach, Fassade oder Verkleidungen können geschlossen werden, sofern sich dahinter kein bewohntes Nest mehr befindet. Beschädigte Dichtungen an Fenstern und Türen sollten ebenfalls repariert werden.
Sauberkeit hilft zusätzlich. Süße Getränke, Obst und andere Lebensmittel sollten nicht dauerhaft offen in der Laube stehen. Auch Mülleimer und Kompostbehälter in unmittelbarer Nähe sollten gut verschlossen sein.
Ein verlassenes Wespennest wird im folgenden Jahr normalerweise nicht erneut bezogen. Trotzdem können junge Königinnen in der Umgebung nach neuen Nistplätzen suchen. Deshalb lohnt es sich, mögliche Zugänge bereits im Frühjahr zu prüfen, bevor sich dort ein neues Volk entwickelt.
Fazit
Wespen in der Gartenlaube lassen sich meist gut einschätzen, wenn zunächst beobachtet wird, woher die Tiere kommen. Einzelne Wespen sind harmlos, regelmäßiger Flugverkehr zu derselben Öffnung kann dagegen auf ein Nest hinweisen.
Hektische Aktionen sind dann unnötig und können die Situation verschärfen. Abstand, geschlossene Lebensmittel und eine fachkundige Einschätzung bei ungünstig gelegenen Nestern sind meist der bessere Weg. Wer zusätzlich kleine Öffnungen an der Laube kontrolliert und Insektenschutz an Fenstern und Türen nutzt, kann das Risiko einer erneuten Ansiedlung deutlich verringern.
Foto: KI-generiert
