Das Wertschöpfungspotential des Gartens beim Hausverkauf

Ein schöner Garten ist jedem angenehm. Dieser Umstand hat eine Selbstverständlichkeit, die nur selten hinterfragt wird. Das führt dazu, dass kaum einem Hausbesitzer klar ist, dass sein Garten zu den wertbildenden Faktoren der gesamten Immobilie gehört.

Doch falls ein Verkauf ansteht, lohnt es sich durchaus, nicht nur einen prüfenden Blick durch den eigenen Garten schweifen zu lassen, sondern auch tätig zu werden, wenn es Möglichkeiten gibt, das Erscheinungsbild des Grundstücks aufzuwerten. Vergleichsweise kleine Maßnahmen können die Verkaufschancen erhöhen und sogar den Wert steigern.

Wie sieht der künftige Käufer den Garten?

Es ist empfehlenswert, die Perspektive zu wechseln und sich zu fragen, was Kaufinteressenten bei Besichtigungen in dem Garten sehen werden. Ein Käufer interessiert sich nicht so sehr dafür, ob z. B. ein Bäumchen anlässlich der Geburt eines Kindes gepflanzt wurde. Er sieht vielleicht nur einen Strauch, der gepflegt sein und sich harmonisch einfügen muss, damit das Gesamtbild gefällt.

Problematisch ist es vor allem, wenn der Verkäufer eines Einfamilienhauses schon umgezogen ist, und man dem Garten ansieht, dass er seit längerer Zeit nicht mehr regelmäßig versorgt wurde. Das drückt den Wert der Immobilie sofort, denn deutlicher könnte man Kaufinteressenten nicht darauf hinweisen, dass ein Objekt schon länger zum Verkauf steht. Hier lohnt es sich wirklich, in professionelle Gartenpflege zu investieren, wenn man selbst nicht vor Ort ist, um Hand anzulegen.

Versetzt man sich in die Position des Kaufinteressenten, kommt dabei folgendes zu Tage: Ein Käufer will vermutlich nicht noch mehrere Jahre lang Zeit und Geld investieren, bevor der Garten nutzbar und optisch „fertig“ ist. Der Zustand des Gartens ist dabei auch in Verbindung mit dem Haus zu sehen:

Eine sanierungsbedürftige Immobilie, die ohnehin größere Baumaßnahmen erfordert, benötigt keinen perfekten Ziergarten. Wird ein Haus mit vielen Kinderzimmern verkauft, sollte es eher einen Sandkasten und eine Schaukel im Garten geben als einen großen Teich, der Kinder in Gefahr bringen könnte. Ist das Haus eher elegant, wird die Gruppe der Kaufinteressenten mehr Wert auf die Optik des Gartens legen.

Einfache Maßnahmen haben bereits große Wirkung

Es ist nicht erforderlich, den Garten komplett neu anlegen zu lassen, um einen Verkaufserfolg zu erzielen. Als Faustregel gilt: Was vorhanden ist, muss auch in ordentlichem Zustand sein. So kann es beispielsweise sinnvoller sein, einen verwitterten Schuppen abzureißen, als ihn aufwendig zu renovieren. Fehlstellen in Rasenflächen sind mit Nachsaat oder Rollrasenstücken leicht auszubessern. Eine Terrasse kann mit einer Hochdruckreinigung sofort besser aussehen. Optisch weniger ansprechende Notwendigkeiten wie Mülltonnenstandplätze verschwinden im Handumdrehen hinter Koniferen.

Hecken, Büsche und Bäume sollten ordentlich beschnitten sein. Wege, Treppen, Podeste und Zäune lassen sich ohne Moosbewuchs deutlich angenehmer präsentieren. Im Herbst ist das regelmäßige Entfernen von Laub besonders wichtig, weil nichts trüber und unattraktiver ist, als ein Garten voll mit braunem Laub.

Die beste Jahreszeit für einen Verkauf

Je nach Beschaffenheit des Gartens kann das Frühjahr oder der Sommer besonders gut geeignet sein, um Kaufinteressenten zu empfangen. Ist es nicht möglich, die Besichtigungstermine in die Zeit zu legen, wo beispielsweise die Rosenhecke besonders schön blüht, kann man wenigstens überlegen, zu welcher Jahreszeit Fotoaufnahmen für Exposés am besten gemacht werden.

Den Wert des Gartens zu unterschätzen kann abhängig von der Lage eines Hauses einige Tausend Euro kosten. In ländlichen Lagen ist das Grün nicht knapp und deswegen etwas weniger wert. Doch gerade in Stadtlagen beeinflusst der Zustand des Gartens den Verkaufserlös wesentlich.