Biologischer Pflanzenschutz und umweltverträgliche Schädlingsbekämpfung

Die Bekämpfung von Unkraut, Schädlingen und Pilzerkrankungen stellt Gartenliebhaber vor die Frage, wie umweltverträglich er dabei vorgeht.
Pflanzenschädlinge wie die Pockenmilbe muss man nicht unbedingt mit der chemischen Keule bekämpfen. Foto Hans via pixabay

Die Bekämpfung von Unkraut, tierischen Schädlingen und Pilzerkrankungen stellt jeden Gartenliebhaber vor die Entscheidung, wie umweltverträglich er dabei vorgehen möchte.

Biologische Präparate und Maßnahmen wirken eher präventiv und langfristig, während chemische Mittel einen schnellen Behandlungserfolg herbeiführen – verbunden mit vielen Nebenwirkungen bei Pflanze und Mensch (z. B. Warzen). Aber nicht immer sind Umweltverträglichkeit und Wirksamkeit Gegenpole. Gewusst wie, führt die Verwendung biologischer Mittel dazu, dass die Chemiespritze viel seltener zum Einsatz kommen muss.

1. Unkraut- und Moosvernichtung

Sehr viele Unkräuter wie Löwenzahn, Klee, Disteln, Rasenmoose usw. lassen sich mit Fettsäuren wie Essig- oder Pelargonsäure gut bekämpfen. Voraussetzung ist, dass die die Wirkstoffe bereits zu Beginn der Wachstumsperiode aufgebracht werden und dass die Behandlung der Kräuter einige Male wiederholt wird. Zwar wirken diese natürlichen Säuren nicht wurzeltief, zeigen dennoch bei konsequenter Anwendung gute Erfolge.

Bei Wurzelausläufer bildenden Pflanzen wie Giersch oder Quecke kommt man ohne einen systemischen Wirkstoff kaum aus. In der Regel wird für die wurzeltiefe Bekämpfung Glyphosat verwendet. Mitunter – zum Beispiel bei unerwünschten Bambussprösslingen – muss der Wirkstoff Stängel für Stängel mit einer Spritze wiederholt injiziert werden.

Glyphosathaltige Unkrautvernichter sind nur bis zu einer bestimmten Wirkstoffkonzentration und Packungsgröße für den Haus- und Kleingarten zugelassen. Achtung: Wer sich über das Pflanzenschutzgesetz hinwegsetzt, dem drohen Geldstrafen bis zu 50.000 Euro.

2. Bekämpfung von Schadinsekten

Saugende und beißende Insekten setzen Obst, Gemüse und Zierpflanzen häufig dermaßen zu, dass die Pflanzen einzugehen drohen. Wer biologisch gegen Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege, Zikaden, Dickmaulrüssler usw. vorgehen möchte, hat viele Möglichkeiten, muss aber bereits bei den ersten Anzeichen eines Befalls beginnen. Haben sich die Schädlinge schon massiv ausgebreitet, können naturnahe Mittel oft nichts mehr ausrichten.

Zur ersten Spritzung im Freiland und für Zimmerpflanzen bewähren sich Raps- oder Paraffinöl-haltige Mittel, die Schädlingslarven ersticken und zum Teil sogar deren Eier zerstören. Auch Spritzmittel, die aus dem Neembaum gewonnen werden, schaffen Abhilfe. Der darin enthaltene natürliche Wirkstoff heißt Azadirachtin. Gelbtafeln, Leimringe, und Pheromonfallen helfen ebenfalls, die Befallsdichte in Grenzen zu halten, ohne Insektizide zu benutzen.

Immer mehr Gartenliebhaber setzen lebende Nützlinge als Gegenspieler von Schadinsekten ein. Florfliegenlarven, Raubmilben und Schlupfwespen gelten als die Allrounder unter Glas. Mit ihnen bekommt der Gartenliebhaber Blatt- und Schildläuse, Spinnmilben, Thripse und Weiße Fliegen gut in den Griff.

Im Freiland hingegen kommen häufiger Nematoden gegen Wurzelschädlinge wie Trauermücken- oder Dickmaulrüsslerlarven zum Einsatz. Viele Nützlinge sind monophag. Das heißt, sie fressen oder parasitieren nur ganz bestimmte Schädlinge. Vor dem Kauf also sorgfältig informieren!

3. Pflanzenstärkungsmittel können helfen

Sogenannte Pflanzenstärkungsmittel leisten Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie die pflanzeneigenen Abwehrkräfte gegen Schädlinge stärken. Die Wirkstoffe sind häufig ätherische Öle, Kieselsäuren, Bitter- und Gerbstoffe sowie Vitamine und Mineralien. Gewonnen werden die Wirkstoffe überwiegend aus Heil- und Arzneipflanzen wie Knoblauch, Salbei, Quassia, Beinwell, Brennesseln usw. Pflanzenstärkungsmittel wirken rein vorbeugend und müssen deshalb regelmäßig verabreicht werden.

Nehmen trotz aller Präventivmaßnahmen die Schädlinge überhand, können Insektizide gezielt und sparsam eingesetzt werden. Hierbei ist eine Kombination aus Kontaktgiften und systemischen Wirkstoffen sinnvoll. Letztere werden von der befallenen Pflanze in das Gewebe aufgenommen und gelangen von dort durch das Saugen der Schädlinge in den Schädlingsorganismus.

Die häufigsten systemischen Wirkstoffe sind Imidacloprid und Thiamethoxam und ganz neu: Spirodiclofen. Die häufigsten Kontaktwirkstoffe sind Naturpyrethrum sowie synthetische Pyrethroide. Dimethoat ist wirkt quasi-systemisch und als Kontaktinsektizid. er neue Wirkstoff Thiacloprid verbindet Kontakt- mit systemischer Wirkung.

Foto: Hans via pixabay

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