Mutterkraut im Garten pflanzen und pflegen

Mutterkraut ist mit seinen Heilwirkungen nicht nur ein echter Geheimtipp als Heilpflanze. In ihrer langen Blütezeit von Juni bis September ist die Pflanze ein richtiger Hingucker im Garten. Verschiedene Züchtungen und die geringen Ansprüche an Pflege und Standort machen das Mutterkraut zu einer beliebten Zierpflanze im Garten.

Erscheinungsbild

In seinem Erscheinungsbild ähnelt das Mutterkraut sehr der Kamille mit welcher es häufig zu Verwechselungen kommt. Aus diesem Grund wird die Pflanze häufig auch “falsche Kamille” oder “Zierkamille” genannt. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und gestielt. Die Staude erreicht eine Wuchshöhe von 60 bis 80 cm und ist im oberen Bereich zunehmend verzweigt.

In der Blütezeit von Juni bis September wachsen zahlreiche Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 3 cm. Diese weisen im Zentrum viele gelbe Röhrenblüten auf, die von weißen Zungenblüten umrandet werden.

Der Geruch von Mutterkraut ist auf Grund seiner ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffen wie Parthenolid sehr aromatisch. Es sind genau diese Inhaltsstoffe, die ebenfalls für die Heilwirkungen der Pflanze verantwortlich sind.

Auf Grund der Beliebtheit als Zierpflanze existieren heute verschiedene Zuchtformen in unterschiedlichen Farben. So sind beispielsweise Formen mit gelben oder roten Blütenblättern erhältlich. Diese machen sich nicht nur ein Blumenbeet zu etwas besonderem, sondern lassen sich auch zur Gestaltung von Gartenteichen und Bachläufen einsetzen. Unser Tipp: In Kombination mit einer solarbetriebenen Teichpumpe wird solch ein Biotop im Handumdrehen zum Highlight im Garten.

Herkunft und Vorkommen

Ursprünglich war das Mutterkraut im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Selten konnten Exemplare ebenfalls in Portugal gefunden werden. Heute wurde die Pflanze durch den Menschen bis nach Südamerika und Hawaii verbreitet. Die Heil- und Zierpflanze wurde in alten Zeiten in vielen Bauerngärten kultiviert, wo sie auch heute noch als Zierpflanze vorzufinden ist.

Der Name Mutterkraut stammt von den Wirkungen des Krautes. Es wurde vor allem zur Einleitung und Beschleunigung der Geburt eingesetzt. Der englische Name Fewer few ist auf die fiebersenkende Wirkung zurückzuführen. Und heute wird Mutterkraut vor allem zur Prophylaxe von Migräne eingesetzt. Jedoch ist die Bekanntheit von Mutterkraut als Heilpflanze seit dem 18. und 19. Jahrhundert stetig zurück gegangen. Wer mehr über die Geschichte der Pflanze erfahren möchte, findet auf der Startseite ausführlichere Informationen.

Aussaat und Pflege von Mutterkraut

Bei Mutterkraut handelt es sich um eine pflegeleichte Pflanze, die gut im eigenen Garten gedeiht. Auf Grund der langen Blütezeit von Juni bis September verschönert sie den Garten fast den gesamten Sommer über. Schädlingen und Parasiten gegenüber ist Mutterkraut unempfindlich und verdrängt auf Grund ihres dichten Wuchses so manches Unkraut. Zwar gilt die zweijährige Pflanze als winterhart, wird es jedoch besonders kalt ist nicht mit einem erneuten Austreiben zu rechnen. Da Mutterkraut sich über die Samen üppig vermehrt ist dies jedoch in der Regel kein Problem.

Die Aussaat ist von März bis Mai möglich und kann ab April direkt im freien erfolgen. Wichtig ist ein sonniger Standort und nährstoffreicher, durchlässiger Boden. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, dürfen die Samen nicht zu stark mit Erde bedeckt werden. Außerdem ist auf einen ausreichenden Abstand (ca. 30 cm) zwischen den Pflanzen zu achten. Natürlich ist es ebenfalls möglich, die Pflanzen in einem Topf aufzuziehen. In diesem Fall ist Staunässe unbedingt zu vermeiden.

Bevor die Pflanze vollständig verblüht und die Samen reif werden, sollte Mutterkraut in jedem Fall zurückgeschnitten werden. Andernfalls sät sie sich häufig selbst viel zu stark aus. Zum erhalt können jedoch ein paar Blütenstände stehen gelassen werden.

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Verwendung von Mutterkraut

Neben der Verwendung als Schnittblume, kommen auch verschiedene Anwendungen als Heilpflanze in Frage. Hierfür kommen sowohl Zubereitungen der Blätter als auch der Blüten in Frage. Der beste Erntezeitpunkt in Hinblick auf den Wirkstoffgehalt stellen die Monate Juni bis August dar. Für eine therapeutische Anwendung empfehlen wir jedoch standisiertes Präparat aus dem Handel, da der Wirkstoffgehalt bei eigenem Anbau stark schwanken kann.

Nach der Ernte können die Pflanzenteile frisch oder getrocknet verwendet werden. Gute Anwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel ein Tee oder eine selbst angesetzte Mutterkraut Tinktur. Werden Blätter und Blüten zunächst getrocknet, sollte dieser Vorgang schonend durchgeführt werden. Das bedeutet niedrige Temperaturen und ein Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Nur so bleiben die Wirkstoffe erhalten.

Essbar ist Mutterkraut zum Beispiel als sogenannte Frischblattkur. Auch Kaninchen lieben die Blätter sehr, so dass sich Mutterkraut als gesundes Futter anbietet.

Wer Mutterkraut im Garten anbaut, pflanzt sich gleichzeitig einen wirksamen Schutz vor Insekten wie Mücken, Motten und Zecken.