Sonnensegel planen – darauf sollten Sie achten

Auch wenn man dem deutschen Sommer zu Recht nachsagt, dass es hierzulande keine „Sonnengarantie“ gibt, erlebt man in den meisten Regionen Deutschlands doch Jahr für Jahr eine ganze Menge Sonnenstunden. Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie man sich im Außenbereich am besten vor der Sonne schützen kann.

Denn auch wenn direkte Sonneneinstrahlung in Maßen notwendig ist, um die körpereigene Versorgung mit Vitamin D sicherzustellen – zu viel des Guten ist dann eben doch wieder schlecht. Deshalb ist ein guter Sonnenschutz in den Bereichen, in denen Sie regelmäßig Zeit im Freien verbringen, wichtig.

Ein Sonnensegel kann ein solcher Schutz sein. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Punkte bei der Planung Ihres Sonnensegels. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie unbedingt achten sollten.

Was ist ein Sonnensegel?

Sonnensegel sind eine gute Alternative zu Markisen, Gartenpavillons und anderen festen Überdachungen für die Terrasse oder den Garten. Ein Sonnensegel besteht aus Stoff und kommt in der Regel entweder als Dreieckstuch oder Vierecktuch daher. Die einzelnen Ecken werden dann an Befestigungen an Wänden oder Masten eingesteckt.

So sind Sonnensegel besonders flexibel. Sobald Sie Ihr Sonnensegel abbauen, können Sie es oft klein zusammenfalten und es problemlos platzsparend verstauen.

Einsatzbereiche von Sonnensegeln

Sonnensegeln können im Garten komplett frei verwendet werden. Sie können ein Sonnensegel nutzen, um Ihre Terrasse oder Ihren Balkon zu beschatten. Gleichermaßen eignet sich ein Sonnensegel, um einzelne Bereiche in Ihrem Garten schattig zu gestalten. Sofern Sie beispielsweise mitten in Ihrem Garten eine Sitzecke geplant haben, ist ein Sonnensegel die eleganteste und einfachste Art, hier für ausreichend Schatten zu sorgen.

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Vorteile gegenüber Markise und Schirm

Ein Sonnenschirm ist zwar flexibler als ein Sonnensegel, da er überall im Garten aufgestellt werden kann. Dafür ist der Schatten, den der Sonnenschirm wirft, im Allgemeinen deutlich kleiner als der eines Sonnensegels. Ferner ist bei einem Schirm immer der Schirmständer im Weg. Unter einem Sonnensegel haben Sie überall Schatten, aber keine platzraubenden Ständer oder Aufbauten, um die Sie Ihre Stühle oder Ihre Liegen herum aufbauen müssen.

Eine Markise bringt eine vergleichbare Schattenfläche wie ein Sonnensegel und hat ebenfalls keine störenden Aufbauten, die im Schatten Platz wegnehmen. Dafür ist eine Markise in der Anschaffung deutlich teurer und erheblich schwieriger zu installieren. Vor allem elektrische Markisen müssen sehr genau angebracht werden, damit das Aus- und Einfahren wirklich dauerhaft problemlos funktioniert.

Was gibt es bei der Planung zu beachten?

Die richtige Größe und Form wählen

Bei der Form unterscheidet man zwischen Modellen mit unterschiedlich vielen Ecken. Am häufigsten kommen Varianten mit drei oder vier Ecken zum Einsatz. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Form ist es wichtig, vorher zu planen, wie viele Ankerpunkte Sie setzen möchten und wo genau diese sitzen sollen.

Seien Sie bei der Größe ruhig großzügig. Letztlich sollte das Segel die Fläche, die Sie dauerhaft beschatten möchten, deutlich überragen. Anders können Sie nicht sicherstellen, dass Sie beispielsweise auf Ihrer Sitzlounge unter dem Sonnensegel wirklich zu jeder Tageszeit im Schatten sitzen.

Ausrichtung und Sonneneinfall beachten

Beachten Sie den Sonneneinfall und damit den Schattenwurf im Tagesverlauf und im Jahresverlauf. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Sonnensegel Ihnen auch wirklich zu jeder gewünschten Zeit den ersehnten Schatten liefert.

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Falls Sie eine Ausrichtung nach Süden vornehmen möchten, können Sie mit langen Schattenzeiten rechnen. Damit das Segel Sie dann aber auch wirksam vor der Sonneneinstrahlung schützt, sollte es auf jeden Fall mit einem UV-Schutz versehen sein. Außerdem schadet es nicht, auch unter einem Sonnensegel etwas Sonnenschutz auf die Haut aufzutragen.

Befestigungsmöglichkeiten

Nutzen Sie für die Befestigung stabile Ankerplatten an der Hauswand oder an wetterfesten Pfosten oder Masten. Sofern Sie sich für höhenverstellbare Masten entscheiden, können Sie die Höhe Ihres Sonnensegels an den jeweiligen Sonnenstand anpassen.

Wichtig ist, dass auch die Haken am Sonnensegel selbst sowie der Stoff rundherum stabil sind, damit das Segel den Zug auf das Material an den Haken auch über einen möglichst langen Zeitraum übersteht. Andernfalls droht der Stoff rund um die Befestigungsösen bereits nach einigen Monaten der Nutzung zu reißen.

Materialien und UV-Schutz

Für welches Material Sie sich entscheiden, ist abhängig davon, ob Sie das Sonnensegel auch bei Regen verwenden möchten oder nicht. Wenn das Segel nur zur Beschattung aufgehängt werden soll, eignet sich eher ein HDPE-Segel. Dieses ist luftdurchlässig, was vorwiegend bei großer Hitze sehr praktisch ist.

Eine gute Alternative sind PES-Segel. Diese können Sie auch bei Regenwetter nutzen, da sie wasserdicht sind. Wichtig ist bei solchen Segeln allerdings immer darauf zu achten, dass sich bei Regen keine Wassertaschen bilden. Diese könnten nämlich dazu führen, dass das Segel reißt.

Wind- und Wetterbeständigkeit

Ein Sonnensegel sollte auf jeden Fall UV-beständig und witterungsbeständig sein. Allerdings bietet ein Sonnensegel bei stärkerem Wind auch eine Menge Angriffsfläche. Deshalb sollten Sie das Segel bei starkem Wind oder gar Sturm auf jeden Fall entfernen.

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Ansonsten ist es wichtig, das Segel straff zu spannen. So kann es einfachen Böen am besten trotzen.

Neigungswinkel und Wasserablauf

Damit sich bei einem wasserfesten Sonnensegel keine Wassertaschen bilden und das Segel später reißt, sollten Sie unbedingt auch auf das richtige Gefälle achten. Empfohlen wird ein Gefälle von 20–30 Prozent. Das bedeutet, dass Sie bei einer Länge von 3 Metern zwischen 60 und 90 cm Gefälle bei der Installation des Segels beachten sollten. Andernfalls kann es Probleme beim Ablaufen von Regenwasser geben.

Montage: selbst machen oder Fachbetrieb?

Sie können die Montage mit ein wenig handwerklichem Geschick problemlos selbst vornehmen. Wichtig ist dabei, dass Sie Masten oder Pfosten einbetonieren und tief genug in die Erde setzen, damit diese auch an windigeren Tagen das Segel stabil halten können. Außerdem sollten Sie, wenn Sie entsprechende Befestigungsplatten am Haus anbringen, nur hochwertige Schrauben verwenden.

Pflege und Reinigung

Reinigen Sie das Segel regelmäßig mit einer weichen Bürste oder Mikrofasertüchern. So können Sie das Segel von losem Schmutz befreien. Wird einmal eine tiefergehende Reinigung erforderlich, verwenden Sie am besten lauwarmes Wasser mit mildem Feinwaschmittel.

Ein Sonnensegel darf auf keinen Fall mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet werden. Ist die Saison beendet, sollten Sie das Tuch abnehmen, trocknen und nach einer gründlichen Reinigung sicher und platzsparend verpacken. So stellen Sie sicher, dass sich auf dem Segeltuch keine Stockflecken bilden können.

Fazit

Planung und Installation eines Sonnensegels sind relativ einfach. Es ist nur wichtig, schon bei der Planung und Auswahl Ihres Sonnensegels bereits die oben beschriebenen Punkte zu beachten. Dann werden auch der Aufbau der Masten und/oder das Anbringen an der Hauswand zu einem Kinderspiel.

Foto: © Micro Pix / stock adobe

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Verfasst von Redaktion

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).