Gewächshaus selber bauen – von der Planung bis zur Umsetzung

Wertvolle Tipps, um ein Gewächshaus selber zu bauen. Foto: ©Rawpixel.com / stock adobe

Es ist die Weiterentwicklung des einfachen Hochbeets oder des kleinen Gemüsegartens – das eigene Gewächshaus im Garten. Tatsächlich bringt ein solches Gewächshaus auch eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich.

So wird in einem Gewächshaus etwa die Gartensaison verlängert. Denn Sie können hier früher im Jahr anfangen, Ihre Pflanzen zu ziehen. Darüber hinaus können Sie die Erntezeit nicht selten bis in den Herbst hinein verlängern.

Jungpflanzen können Sie hier wunderbar vorziehen. Ein besonders wichtiger Faktor ist aber, dass die Temperaturen in einem Gewächshaus einfach deutlich stabiler sind als im Freiland. Auch wenn die letzten Winter im Durchschnitt betrachtet als zu warm gegolten haben – zum Überwintern im Freien sind die Temperaturen für viele Pflanzen noch immer zu kalt. Hier kann ein Gewächshaus Abhilfe schaffen.

Mit Gewächshäusern ist es ganz ähnlich wie mit Gartenhäusern. Sie können sich in einer Gewächshaus Ausstellung in Ihrer Nähe in Ruhe umsehen und sich ein Modell aussuchen, das in Ihren Garten passt. Oder Sie bauen sich einfach ein eigenes Gewächshaus nach Ihren Vorstellungen. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr eigenes Gewächshaus bauen können – von der Planung bis zur abschließenden Fertigstellung.

Das Gewächshaus planen

Zur Planung eines eigenen Gewächshauses gehören unterschiedliche Faktoren. Die wichtigsten Punkte sind dabei:

  • die Art des Gewächshauses.
  • der Standort des Gewächshauses.
  • Ist das Gewächshaus genehmigungspflichtig?

Bei der Art des Gewächshauses können Sie zwischen zwei verschiedenen Typen wählen. Dem Kalthaus und dem Warmhaus. Der Unterschied ist einfach die Frage, ob Sie Ihr Gewächshaus beheizen möchten oder nicht. Bei einem Warmhaus muss eine Heizung im Gewächshaus eingeplant werden – außerdem müssen die Konstruktion noch dichter und das Material noch besser isoliert sein als bei einem Kalthaus. Schließlich soll die Heizwärme ja möglichst umfänglich im Inneren des Gewächshauses bleiben.

Das Kalthaus ist die richtige Wahl, wenn Sie in Ihrem Gewächshaus einfach die Saison für Obst und Gemüse etwas früher beginnen und etwas nach hinten ziehen möchten. Damit Sie in einem Kalthaus bestmögliche Erträge erzielen, ist eine gute Planung der Bepflanzung notwendig. Denn mit einer guten Planung können Sie mit verschiedenen Pflanzen den ganzen Frühling, Sommer und Herbst über immer wieder etwas ernten.

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Das Warmhaus hingegen ist die richtige Wahl, wenn Sie Kübelpflanze in Ihrem Gewächshaus überwintern lassen möchten. Außerdem haben Sie in einem Warmhaus die Möglichkeit, auch exotische Pflanzen zu ziehen.

Standort für ein Gewächshaus

Der Standort ist der zweite wichtige Faktor. Hier sollten Sie darauf achten, dass Ihr Gewächshaus sich gut und harmonisch in Ihren Garten einfügt. Überdies sollte das Gewächshaus windgeschützt stehen – starke Stürme können sonst erhebliche Schäden verursachen.

Auch ein Standort direkt unter einem großen Baum birgt Gefahren. Denn herabfallende Äste können das Glas des Gewächshauses beschädigen. Zudem ist es wichtig, dass das Gewächshaus nicht durchgehend im Schatten steht, sondern auch ausreichend Sonne abbekommt, um sich besonders in kälteren Monaten gut aufzuheizen – vor allem, wenn Sie sich für ein Kalthaus entscheiden.

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Ist ein Gewächshaus genehmigungspflichtig?

Die Frage nach der Genehmigungspflicht ist eine rein regionale Frage. Denn ob Sie für Ihr Gewächshaus eine Genehmigung brauchen oder nicht, hängt von den baurechtlichen Maßgaben Ihres Bundeslandes und Ihrer Stadt ab. So brauchen Sie beispielsweise für ein Gewächshaus mit einer Größe von 10 Quadratmetern in Berlin bereits eine Genehmigung. In München hingegen sind Gewächshäuser bis zu einer Größe von 75 Quadratmetern genehmigungsfrei. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten direkt in dem für Sie zuständigen Bauamt beraten.

Fundament für das Gewächshaus

Sicher stehen kann ein Gewächshaus nur mit einem Fundament. Hierbei gibt es vier mögliche Varianten:

  • Ein Holzfundament – lässt sich leicht und schnell verlegen, ist allerdings für regen- und schneereiche Regionen nicht die erste Wahl, da das Fundament von unten sehr schnell feucht werden und verwittern und verfaulen könnte.
  • Ein Stahlfundament – wird meistens mit Erdankern an den vier Ecken in der Erde verankert und wird als fertiges Fundament gesetzt. Damit ist das die Art Fundament mit dem geringsten Arbeitsaufwand für Sie.
  • Ein Betonfundament – muss in der Regel von Ihnen selbst gegossen werden. Das Betonfundament ist langlebig und robust. Allein die Verarbeitung ist recht aufwendig und kostenintensiv.
  • Pflastersteine als Fundament – wenn Sie noch Pflastersteine zur Hand haben oder die Fläche ohnehin bereits gepflastert ist, können Sie das Gewächshaus auch direkt auf eine gepflasterte Stelle setzen.

Die richtige Verglasung

Hier haben Sie die Wahl zwischen Glas, Folie und Kunststoff. Glas ist der klassische Stoff für die Verkleidung des Gewächshauses. Wenn Glas ausreichend gut isoliert ist, ist es allerdings gerade für kleinere Gewächshäuser oft zu schwer. Deshalb greifen hier viele auf Hohlkammerplatten aus Kunststoff zurück.

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Tipp

Wenn Sie in Ihrem Gewächshaus wirklich nur die Gärtnersaison etwas verlängern möchten, reicht oft auch schon eine Verkleidung mit Folie. Wichtig ist dabei allerdings, dass ein solches Gewächshaus mit einem Folienbezug ausreichend windgeschützt aufgestellt wird.

Material für das Gewächshaus

Bei der Auswahl des richtigen Materials für Ihr Gewächshaus stellt sich die Frage, ob Sie eine Holzkonstruktion oder doch lieber eine aus Edelstahl oder Aluminium bevorzugen. Während die Holzkonstruktion einen gewissen Stil mitbringt, ist das Material Holz vergleichsweise pflegeintensiv. Edelstahl- oder Aluminiumgestelle sind nicht so einfach selbst zu bauen.

Wenn Sie ein solches Gewächshaus mit Edelstahl- oder Aluminiumgestell selbst aufbauen möchten, können Sie sich unter den Gewächshausbaukästen im Fachhandel oder in Ihrem Baumarkt umsehen. In einem solchen Baukasten sind alle Materialien enthalten, die Sie für Ihr Gewächshaus benötigen, verbunden mit einer Aufbauanleitung, wie Sie die Konstruktion und die anschließende Verglasung aufbauen und installieren können.

Gewächshaus aufbauen – Schritt für Schritt

Um ein Gewächshaus aus Holz mit Hohlkammerplatten als Verglasung selbst zu bauen, müssen Sie die folgenden Schritte beachten:

1)   Das Fundament legen

Wenn Sie sich entschieden haben, welches Fundament Sie legen wollen, beginnen Sie damit als erstem Schritt. Das aufwendigste Fundament ist dabei das Betonfundament.

2)   Das Holz vorbereiten

Als Nächstes müssen Sie die Holzbalken für den Rahmen entsprechend zuschneiden und mit einem Bohrer an den für die Verschraubung notwendigen Stellen vorbohren. Außerdem muss das Holz mit Schleifpapier einmal abgeschliffen und anschließend mit Wetterschutzlack oder einer anderen Wetterschutzfarbe gestrichen werden.

3)   Die Rahmenkonstruktion bauen

Dabei ist es wichtig, dass Sie bei der Planung des Rahmens Ihres Gewächshauses in der Front die Tür mit einplanen. Außerdem müssen Sie überlegen, ob Sie ein Satteldach aufsetzen möchten oder ob es ein Flachdach sein soll. In letzterem Fall müssen Sie für ein Gefälle von rund 5 cm von einer Seite des Gewächshauses zur anderen sorgen. Im Idealfall geht das Gefälle nach hinten hin weg, damit Regenwasser und schmelzender Schnee immer nach hinten hin ablaufen können.

4)   Verkleidung vorbereiten und einsetzen

Wenn Sie sich für eine Verkleidung aus Folie entschieden haben, wird diese einfach auf die Holzkonstruktion aufgebracht und dann an dieser befestigt. Deutlich aufwendiger ist die Nutzung von Hohlkammern aus Acrylglas oder Kunststoff. Denn diese sind oben und unten zu Beginn offen.

Damit sie von innen nicht verdrecken können, müssen Sie diese mit einem entsprechenden U-Profil oben und unten verschließen. Um die Sammlung von Schwitzwasser in den Platten zu vermeiden, muss in das U-Profil ein Loch gebohrt werden.

Alternativ können Sie auch ein Isolierband verwenden. Lassen Sie sich hier am besten bei dem Händler, bei dem Sie die Kunststoffplatten kaufen, entsprechend beraten. Die Platten können Sie übrigens selbst mit einer Stichsäge mit dem richtigen Kunststoffsägeblatt auf die richtige Größe zuschneiden.

Um die Platten dann einzusetzen, müssen zuerst die Führungsschienen auf dem Holz festgeschraubt werden. Dann werden die Kunststoffplatten in die Führungsschienen mit integrierter Dichtung eingeschoben und schließlich darin – je nach Konstruktion – festgeklickt oder ebenfalls festgeschraubt.

Tipp

Wenn Sie sich für ein Flachdach entschieden haben, sind Wellplatten eine gute Lösung für die Dachbedeckung. Diese schrauben Sie mit Systemschrauben an der Dachkonstruktion fest. Wichtig ist hier einerseits die Neigung im Dach selbst und andererseits die Schaffung eines kleinen Überstandes vor dem Haus, damit das vom Dach ablaufende Regenwasser und auch der Regen selbst nicht immer direkt gegen die Verglasung und die Rahmenkonstruktion des Gewächshauses schlagen können.

Fazit

Ein Gewächshaus selber bauen ist mit einem gewissen Aufwand verbunden und nimmt eine ganze Menge Zeit in Anspruch. Finanziell betrachtet ist das selbst gebaute Gewächshaus aber die deutlich günstigere Variante im Vergleich zu einem gekauften Modell. Wertvolle Tipps, um ein Gewächshaus selber zu bauen.

Foto: ©Rawpixel.com / stock adobe

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Verfasst von Redaktion

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).